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Personenbezogene Daten bei App-Nutzung schützen

Im digitalen Zeitalter sind Apps zur Organisation und Kommunikation in Kindertagesstätten und Schulen weit verbreitet. Doch was passiert, wenn genau diese Tools, denen wir unsere sensibelsten Informationen anvertrauen, gehackt werden oder aus technischen Gründen Daten verloren gehen oder veröffentlicht werden?

Im März 2024 verunsicherte das Datenleck bei einer deutschlandweit eingesetzten KITA-App Eltern und Betreiber, indem es private Daten von Kindern und ihren Familien preisgab. Dieser Vorfall zeigt, dass der Bedarf an starken Datenschutzpraktiken in Kitas und Bildungseinrichtungen unerlässlich ist.

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Sicherheitsvorfall bei KITA-APP

Ein Sicherheitsvorfall bei einer KITA-App ermöglichte – Medienberichten zu Folge – unberechtigten Zugriff auf personenbezogene Daten von Kindern und Erziehungsberechtigten, aber auch Mitarbeitern.

Neben Kontaktdaten waren wohl Gespräche zwischen Eltern und Erziehern, interne Dokumente und Gesundheitsinformationen betroffen. Die App wird in über 11.000 Kitas, Horten und Schulen genutzt – potenziell sollen über 800.000 Nutzer betroffen sein. Über die App kommunizieren die Einrichtungen mit Eltern oder Angehörigen und geben zum Beispiel Infos weiter oder vereinbaren Termine. Auch Krankmeldungen und Bestätigungen für Ausflüge und Klassenfahrten können über diese App erfolgen.  Die App verfügt auch über einen Messenger-Dienst.

Die Betreiber der App haben bekannt gegeben, dass die Datenpanne behoben sei und die entsprechende Aufsichtsbehörde informiert wurde.

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Wie reagieren die Verantwortlichen?

Nach Bekanntwerden des Datenlecks erfolgte eine schnelle Reaktion der App-Betreiber. In Abstimmung mit Datenschutzexperten wurden laufende Untersuchungen und Korrekturen vorgenommen, das Datenleck wurde noch am selben Tag geschlossen. Träger und Kita-Leitungen informierten Eltern über das Ausmaß des Vorfalls und boten Unterstützung bei der Schadensbegrenzung. So kann man es aus den gängigen Medien entnehmen.

Trotzdem sei es bei den Eltern zu Fragen gekommen, außerdem wurde das System auf weitere Schwachstellen hin geprüft. Interne und externe Fachleute sollen laut Unternehmen weitere Fehlkonfigurationen auf Entwicklungsservern entdeckt haben, die aber auch bereits behoben wurden, so die Medienberichte weiter.

Tipps und Maßnahmen für sicheren Datenschutz in Kitas

Die Situation wirft Fragen nach dem richtigen Umgang mit digitalen Tools in Bildungseinrichtungen auf. Hier sind essenzielle Datenschutztipps für die Nutzung von Kita-Apps:

  1. Gründliche Auswahl der Apps:
  • Wählen Sie Apps mit nachgewiesenen Datenschutzstandards und positiven Bewertungen.
  • Prüfen Sie, ob der Anbieter regelmäßig Sicherheitsaudits durchführt.
  1. Aufklärung und Schulung:
  • Sorgen Sie für Datenschutz-Workshops für das Personal.
  • Erstellen Sie einfache Leitfäden für Eltern und Erzieher zum sicheren Umgang mit der App.
  1. Unterstützung vom Experten:
  •  Ziehen Sie einen (externen) Datenschutzbeauftragten zurate, um die Konformität mit den Vorgaben des Datenschutzes sicherzustellen.
  •  Investieren Sie in IT-Sicherheitsexperten, die die digitale Infrastruktur regelmäßig überprüfen.
  1. Transparente Kommunikationskanäle:
  • Etablieren Sie klare Kommunikationswege zwischen Eltern und Kita bei Sicherheitsfragen.
  • Berichten Sie offen über Datenschutzmaßnahmen und -prozesse.
  1. Datensparsamkeit praktizieren:
  • Teilen Sie nur notwendige Daten, und beschränken Sie Zugriffe auf das Nötigste.
  • Lernen Sie die Einstellungsmöglichkeiten der App kennen, um die Privatsphäre-Einstellungen zu optimieren.
  1. Regelmäßige Software-Updates:
  • Stellen Sie sicher, dass die App und zugehörige Systeme immer auf dem neuesten Stand sind.
  • Vermeiden Sie die Nutzung veralteter Versionen mit bekannten Sicherheitslücken.
  1. Notfallplan haben:
  • Erstellen Sie einen Plan für den Fall eines Datenlecks, um schnell und effektiv reagieren zu können.
  • Informieren Sie Eltern über den richtigen Umgang mit einem potenziellen Identitätsdiebstahl.

Personenbezogene Daten schützen

Datenschutz ist in einer Welt, in der sogar die Jüngsten unter uns im digitalen Raum präsent sind, wichtiger denn je. Der Vorfall bei der KITA-App unterstreicht die Dringlichkeit, bei der Nutzung solcher Apps in Kitas Vorsicht walten zu lassen und proaktiv zu handeln, um personenbezogene Daten zu schützen.

Durch die Umsetzung starker Datenschutzpraktiken und die Förderung des Bewusstseins für Datensicherheit können wir zusammenarbeiten, um einen sicheren digitalen Raum für unsere Kinder zu schaffen und ihr Recht auf Privatsphäre zu gewährleisten.

Dabei ist es wichtig zu beachten, dass auch KITAS den Datenschutz nach den Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DS-GVO) und dem Bundesdatenschutzgesetz (BDSG) umsetzen müssen. Vor allem dann, wenn personenbezogene Daten der besonderen Kategorien (z.B. Gesundheitsdaten etc.), gibt es besondere Dinge zu beachten.

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Der (externe) Datenschutzbeauftragte und der Datenschutz in KITAS

Die Rolle des (externen) Datenschutzbeauftragten ist in der Umsetzung von Datenschutzpraktiken in Kitas nicht zu unterschätzen. Dieser Experte kann dabei helfen, die Einhaltung gesetzlicher Datenschutzrichtlinien in KITAS umzusetzen. Er kann auch zum Vermittler und Berater in Sachen Datenschutz werden und als Ansprechpartner für Betroffene und Aufsichtsbehörden fungieren.

(Externe) Datenschutzbeauftragte können Einrichtungen dabei unterstützen, Risiken zu identifizieren und eine Datenschutzstrategie zu entwickeln, die den Schutz personenbezogener Daten gewährleistet.

Durch regelmäßige Schulungen des Personals sowie Informationsveranstaltungen für Eltern können sie das Bewusstsein für Datenschutzthemen stärken und für Klarheit über Rechte und Pflichten sorgen.

Apps vor der Einführung auf den Datenschutz hin prüfen

Des Weiteren begleitet der (externe) Datenschutzbeauftragte die Auswahl und Implementierung von neuen Apps oder Technologien und stellt sicher, dass diese den aktuellen Datenschutzstandards entsprechen.

Bei jedem Verdacht auf eine Datenpanne ist der Datenschutzbeauftragte der erste Ansprechpartner, um den Vorfall zu bewerten und angemessene Maßnahmen einzuleiten. Zusammenfassend ist die Einbindung eines Datenschutzbeauftragten ein entscheidender Schritt, um ein sicheres und vertrauensvolles Umfeld in Kitas zu schaffen, in dem die Privatsphäre von Kindern und Familien respektiert und geschützt wird.

Das Team von Datenschutzberater.NRW bietet Organisationen unterschiedlicher Art Beratung im Datenschutz an. Mit unseren Fachleuten aus dem Bereich Datenschutz, IT und Steuerrecht erstellen wir Ihnen gerne ein individuelles Angebot für eine Datenschutz-Erstberatung, die Betreuung durch einen externen Datenschutzbeauftragten und entwickeln ein für Sie passendes Konzept. Nehmen Sie einfach Kontakt zu uns auf.

Wir betreuen Mandanten in KölnDüsseldorfSiegen, Bonn, Siegburg und ganz NRWLesen Sie mehr zu unserem individuellen Angebot.

Dieser Artikel dient zur allgemeinen Erstinformation, ersetzt keine fachliche und individuelle Beratung und erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie den Datenschutz ausreichend umsetzen, dann lassen Sie sich von uns professionell beraten.

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Datenpanne bei KITA-APP – Über 11.000 Einrichtungen in ganz Deutschland betroffen
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